Kurzkritiken

War Dogs: Gebräuntes Arschloch

Jonah Hill spielt gerne (gebräunte) Arschlöcher, und ich finde, das spricht für ihn, weil niemand gerne Arschlöcher spielt, weil dann doch jeder denkt, man sei selbst ein Arschloch. Das klingt genauso logisch wie die Aussage: Todd Phillips hat einen guten Film gedreht. Der Hangover-Regisseur fuhr ja liebend gern die amerikanischen Konservativen durch den Humor-Zirkus, der sich rasant und extrem gibt, letztlich dann doch nur sehr, sehr züchtig ist. Mit War Dogs erzählt er die wahre Geschichte zweier Waffenhändler, die zwischen Naivität und Arroganz irgendwann im Ostblock landen.

Dass im Osten Europas vermeintlich selten etwas Gutes passiert, weiß der geneigte Zuschauer natürlich schon und wenig verwunderlich ist auch, dass sich gerade Phillips solch einem Stoff zuwendet, aber all der Vorhersehbarkeit zum Trotz: War Dogs erzählt genau die richtigen Peinlichkeiten, zeigt genau die richtige Portion Fremdscham, damit man einerseits lacht und sympathisiert, andererseits verachtet und flucht. Ja doch, War Dogs kann was. Und Todd Phillips vielleicht auch – was eine gänzlich unerwartete Erkenntnis ist.

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