Film Kurzkritiken

Geliebte Schwester: Puh, ich weiß ja nicht

Inzestuöse Liebe in Spanien, das geht nicht gut. Und während der große Bruder mit Perspektiven spielt, ein Rebell mit grauem Haar im geilen Bart, verliebt sich seine kleine Schwester in ihn. Regisseur Pedro Aguilera zeigt das in von Augen losgelösten Blicken: Ein Beamer beim Beobachten des Alltags der Schwester schimmert an die Wand, ein Handyvideo zeigt Fesseln und Lust, den Porno der Schwester findet man zufällig im Netz.

Geliebte Schwester gibt sich erstaunlich zahm, obwohl der Film wild sein will, aufgeladen, erotisch! Wie der Hauptdarsteller, der als Filmemacher zu Beginn in einem Interview die Lücke seines Lebens offenbart und als drogensüchtiger Womanizer sein Leben feiert, und so ist schon am Anfang nichts mehr subtil. Seine Obsession wird zur Banalität, weil jede Schwere seines Lebens viel zu früh „erklärt“ wird.

Klar auch: Der Ex-Freund der liebenden Schwester lauert ihm mit dem Baseballschläger auf, Lug und Betrug inklusive. Mit blauem Auge und steifem Penis in der besten Freundin der Schwester, die das zufällig entdeckt – also alles wie immer in solchen Schmonzetten.

Nur halt mit bumsenden Halbgeschwistern. Naja.

Geliebte Schwester, Spanien/Kolumbien 2017 // Regie und Drehbuch: Pedro Aguilera // Darsteller: Ivana Baquero, Julio Perillán, Elisabet Gelabert, Lucía Guerrero, Juan Pablo Shuk // Musik: Richard Córdoba // Laufzeit: 91 Minuten // FSK 16

Trailer