Film Kurzkritiken

Revenge: … und die nackten Männer

Blut als Wanddekoration, wer weiß, wann das unsägliche Rape-and-Revenge-Genre zum ultimativen Höhepunkt kriecht – dann ist alles möglich. Denn Revenge ist schon nah dran an der Ultimativwerdung von Selbstjustiz und Rachegedöns. So viel Blut wie im kreisrunden Finale sieht man auch nicht alle Tage. Mit einem Kniff jedoch: Regisseurin Coralie Fargeat schubst auch den Mann mit aller räudigen Nacktheit direkt in den Blick des Zuschauers.

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Während nicht nur die Frau zum schamlosen Objekt wird inmitten ihrer Rache, bleibt sonst alles beim alten. Es spritzt und knackt, und Realismus ist auch bei Revenge nur ein Hirngespinst. Mit ein, zwei vermeintlich klugen Verweisen – der Sündenfall etwa bildet einen Kernpunkt der Argumentation des Vergewaltigers – setzt Regisseurin Fargeat nur auf letztlich plumpe Verweise, ohne ihrem eigentlich stylischen Film die nötige Tiefe zu verleihen.

Wie die anderen Reißer dieses Genres interessiert sich Revenge noch immer am meisten für das Töten. Und das wird auch mit einem Augenzwinkern irgendwann fad.

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Revenge, Frankreich // Regie und Drehbuch: Coralie Fargeat // Darsteller: Matilda Lutz, Kevin Janssens, Vincent Colombe, Guillaume Bouchède, Jean-Louis Tribes // Musik: Robin Coudert // Laufzeit: 108 Minuten // FSK 18

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