Spielepresse

Die GameStar hat ein Kommentar-Problem, Teil 2

In einer aktuellen Meldung über den Rundfunkbeitrag berichtet die GameStar-Redaktion von dem anstehenden Gerichtsverfahren. Der Prozess vor dem Bundesverfassungsgericht ist komplex, es geht – grob formuliert – um die Rechtmäßigkeit der Beiträge.

Wer hat an der Komplexität des Verfahrens kein Interesse? Dutzende User, die in der Kommentar-Sektion von „Staatspropaganda“, „Manipulation“ und „kriminelles Relikt aus Nazi-Zeiten“ labern und die Öffentlich-Rechtlichen der „Lüge“, „Hetze“ und „Fake News“ bezichtigen. Das sind noch die freundlichsten Formulierungen.

Mal wieder dürfen sich Verschwörungstheoretiker und (rechte) Trolle austoben in der Schlammschlacht namens Kommentarfunktion. Hier eine Auswahl:

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Wo bleibt die journalistische Sorgfaltspflicht, die in Zusammenarbeit mit dem gesunden Menschenverstand rigoros löscht und bannt? Oder sollte man der Redaktion noch einmal deutlich sagen: Journalismus heißt nicht, auch jene Meinungen zu akzeptieren, die hetzen, hassen, verschwören und lügen.

Unter einer anderen, aktuellen News – über, äh, Weltraum-Kolonisation – toben sich die Menschenfeinde GameStar-User erneut aus:

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Ja, Beutel über das Gesicht der Frau, weil sie so hässlich ist, damit der Mann sie ungestört ficken kann. Toller Kommentar, das ist eine Meinung, die gelesen werden sollte.

Immer wieder kriecht der widerliche Teil der Gaming-Community aus dem Dreck hervor und erniedrigt, hetzt, provoziert und beleidigt. Nicht aber versteckt in Nischenforen oder BILD-Medien, sondern mit Anlauf und ohne Konsequenzen auf der größten Spieleseite Deutschlands.

Es ist unerträglich. Nicht aber überraschend. Erinnern wir uns kurz an folgende Kommentare im Rahmen der Hasskampagne von Idioten gegen Battlefield 5, ebenfalls auf GameStar.de:

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Oder jener Kommentar, der drei Wochen lang ohne Einschränkung zu lesen war:

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Und noch immer darf ein Kommentator einen harmlosen Blog-Eintrag mit den Methoden der Nazis vergleichen:

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Kurze Erinnerung: Die Nazis haben Unschuldige massakriert. Millionen! Sie haben enteignet, verprügelt, geschändet, vergewaltigt, zerstört, verjagt, gehasst, gelogen, betrogen, erschossen, ermordet. Über Jahre hinweg. Und der GameStar-Chefredakteur findet diesen Vergleich dennoch nur „ungünstig“.

Bäh! Ich meine, ernsthaft: Igitt.

So oft ist die Rede davon, wie toxisch die Gaming-Gemeinschaft ist. Wer befeuert dieses eklige Klima? „Journalistische“ Fachseiten, die jede Kotze stehenlassen.

Drei Fragen möchte ich den Redaktionen ins Gesicht schreien:

  • Wann hört die Anbiederung an Trolle, Frauenfeinde und Verschwörungstheoretiker auf?
  • Wann kommt die Scham, Teil einer solchen Hassmaschinerie zu sein?
  • Und wann – verdammt nochmal – setzt der gesunde Menschenverstand ein?

Darauf sind viele Antworten möglich. „Bald“ gehört vermutlich nicht dazu.

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